Working mom diary: das Zirkusensemble nennt sich meine Familie

Es ist Montag. Die Nacht war schlecht. Schlecht heißt, 2 Kinder waren mehrfach wach, landeten im Elternbett und die gesamte Familie wachte morgens um 6 Uhr beim Weckerklingeln mit dem ultimativen Montagskater auf.

Die Stimmung? Angespannt! Der Große will Schokolade (morgens um 6 ????), der Kleine will das Handy und tippt wild drauf rum. Gleich hat er all meine Apps gelöscht. Ich? Ich bin noch nicht ganz bei mir. Wie in Trance, erst mal wickeln und den Kleinen anziehen.

Nun ist der härtere Brocken dran, der 3,5-Jährige. Socken? Will er nicht. Pullover? Ebenfalls nicht, er will das Minions T-Shirt und wo ist eigentlich das neue Paw Patrol Sweatshirt? Nervenzusammenbruch seinerseits. Er liegt auf dem Boden und schreit, weint, wütet. Der Kleine lässt sich währenddessen nicht lumpen und räumt den Kleiderschrank leer. Ein Teil von mir möchte sich zum 3-Jährigen auf den Boden schmeißen, der andere Teil funktioniert. Kind aufklauben, verhandeln, ob Papa aus dem wichtigen Termin geklingelt werden kann um zu fragen, wo das Paw Patrol Sweatshirt bitte sehr ist (Papa weiß so was!), gegen einen Anruf entschieden, unter Tränen das Kind ins andere Sweatshirt stecken. Weiter, das Zirkusensemble, das sich meine Familie nennt zieht gen Küche. Kinder haben Durst und Hunger. Ich brauche KAFFEE! Warum zur Hölle sind keine Kapseln mehr da! Der Mann!!! Ich will mich auf den Boden werfen und heulen! Also greife ich auf Cola zurück, Koffein ist schließlich Koffein. Zähne Putzen. An guten Tagen sind ich und die 2 Kinder in 10 Minuten damit durch, an schlechten in 30 Minuten. Ratet, was für ein Tag heute ist 😉 30 Minuten später kann ich schon wieder mein Deo auffrischen und überlege mich doch noch mal umzuziehen. Müffeln im Meeting mit dem Chef? Nein danke. Ich beschließe mich erst um die Haare, dann um das Outfit zu kümmern. Ich dachte sie gehen noch einen Tag, das Blatt hat sich jedoch über Nacht gewendet. Ein leichter Fettfilm betont ganz zauberhaft, dass der letzte Färbetermin beim Friseur schon 6 Monate her ist. Hallo Trockenshampoo!

1,5 Stunden nach dem Aufstehen: 2 Kinder und ich sind startklar. Nun gut, Kind 1 trägt Gore Tex Winterstiefel im September, Kind 2 luftige Stoffschuhe bei 8 Grad morgendlicher Außentemperatur, aber manchmal muss man abwägen welche Kämpfe man zu kämpfen bereit ist 😉 Ich kämpfe hier heute gar nix mehr!

Kinder abgegeben. Allein im Auto! A-L-L-E-I-N! Feuerwehrmann Sam wird fix gegen meinen Lieblingssender getauscht und los. Nun wird alles gut, ich weiss es.

Im Büro angekommen erst mal den lang ersehnten Kaffee. Kurz aufs WC und dann gehts los….

Verdammte Axt! Der Blick in den WC-Spiegel zeigt: nix geht los, der Drang sich heulend auf den Boden zu werfen wird wieder groß…

  1. Ich war so mit dem Nachwuchs beschäftigt, dass ich vergessen habe das Trockenshampoo auszubürsten…

  2. Ich wollte mich doch umziehen…. wollte. Vergessen. Ich stinke wie ein Bison (clever jene berufstätige Mutter, die immer ein Deo und eine Bürste in der Tasche hat ;-))

Nun gut, das Trockenshampoo ist beseitigt, Deo aufgefrischt. Hallo Chef, da bin ich, jetzt aber wirklich! – Wie ich später, während des Meetings feststelle, heute mal ohne BH! Nun gut, man muss Prioritäten setzen…immerhin haben die Kinder Schuhe an 🙂 -Die Woche kann nur besser werden…

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