Wo bleibt unser Geld? Ein Monat ohne Shopping

Einen Monat ohne Shopping. Schon länger habe ich das Gefühl viel zu schnell die EC-Karte zu zücken. Bestes Beispiel. Plötzlicher Kälteeinbruch Ende September. Ich war mir sicher, beide Kinder brauchen DRINGEND neue Strumpfhosen für den Winter. Auf die Idee, dass noch welche vom vorigen Jahr passen könnten bzw. der Kleine ja die des Großen erben kann kam ich nicht. Also kaufte ich Strumpfhosen, als würden wir für 4 Wochen in den Skiurlaub fahren. So weit so gut. Ich fühlte mich wie eine gute Mutter, eine gute Mutter, die vorausschauend für ihre Kinder einkauft, damit der arme Nachwuchs keinesfalls frieren muss. Hach, bin ich eine gute Mutter…

Die Erkenntnis kam zu Hause, als ich beim Blick in die kindlichen Kleiderschränke feststellte, dass beide Kinder noch Strumpfhosen besitzen, der Kleine mit seinen Erbstücken des großen Bruders sogar Monate im Skiurlaub verbringen könnte… Unnötig zu sagen, dass ich ALLE Preisschilder der Neukäufe bereits entfernt und entsorgt hatte oder?! Ich ersetze gute Mutter hier mal durch verschwenderische Mutter 😉

Aber zum Punkt, die Moral von der Geschicht, ich habe keinen Überblick und gebe viel zu locker flockig Geld aus. Darum habe ich einen Monat bewusst auf Shopping (heisst: Ausgaben jenseits des täglichen Bedarfs) verzichtet.

Woche 1: Ich fühle mich wie ein Junkie auf Entzug. Mir fehlt etwas, ich kann es nicht leugnen. Es macht mich froh, wenn der DHL-Bote klingelt und Bestellungen bringt oder ich im Einkaufszentrum etwas besorgen „muss“.

Woche 2: Mein Junkie-Dasein wird leichter, aber ich bin noch nicht so weit mich der vollen Versuchung auszusetzen. Geschäfte und Einkaufszentren sind absolutes tabu. Ich bin so was von auf Entzug, ich würde ALLES kaufen. Der Wocheneinkauf im Supermarkt funktioniert für mich am besten bei Aldi. Dort sind für mich die Versuchungen noch das eine oder andere Extra mitzunehmen am geringsten.

Woche 3: Der Verstand setzt ein, das Junkie-Gefühl wird weniger (oder liegt es daran, weil ich weiss, dass mein kleines Experiment in 2 Wochen beendet ist und ich wieder die Kassen klingeln lassen kann?! ;-)) Ich fülle meine Zeit mit viel schöneren Dingen als dem Aufenthalt in Geschäften oder dem abendlichen Online-Shopping-Gestöbere. Ich bin entsetzt wie viel Freizeit ich doch habe.

Woche 4: Fast geschafft! Ich überlege, was ich von all dem Geld, dass ich NICHT ausgegeben habe alles kaufen könnte. Gleichzeitig fasse ich zusammen wofür das Geld so drauf geht, um das künftig zu ändern.

 

#1 Essen gehen/ Fast Food/ Pizzaservice

4 Personen bei McDonalds 24 €

Frühstück beim Bäcker  6 €

Freitagabend schnell eine Familienpizza bestellen 20 €…

Die Bequemlichkeit hat ihren Preis. Inzwischen bevorrate ich mich lieber mit ein paar leckeren TK-Gerichten und habe einige Basics für schnelle Leckereien immer im Schrank, um so die Ausgaben für „Spontan-Gelüste“ zu senken.

#2 Beim Lebensmitteleinkauf noch was Kleines „gönnen“ 

Die Aktionen der Discounter kriegen mich immer wieder und so nehme ich mir doch noch mal die Kerzen im Angebot mit oder die Kinderbodys. Ach und Tchibo hat doch auch eine neue Aktion… Aber es läppert sich. Hier möchte ich deutlich aufmerksamer einkaufen und mich wirklich an meinen Einkaufszettel halten.

#3 Online Shopping aka der Feind! 

Was habe ich an Zeit beim Online-Shoppen verbracht. Dabei ist genau das für mich der größte Feind. Ich bestelle mehr als ich eigentlich will, ich bestelle zur Auswahl, ich probiere gemütlich an und behalte oft einiges. Beim Bezahlen der Rechnung schlucke ich dann ordentlich, wenn die 3 Teile plötzlich über 100 € kosten. Ich möchte künftig vermeiden so viel online zu stöbern und so vermeiden andauernd irgendwas zu bestellen. Bewusster einkaufen, auf Qualität, statt Quantität setzen… ich arbeite dran.

#4 Wünsche durch Instagram & Co 

Ich merke stark, dass ich äusserst empfänglich bin für Produktvorstellungen bei Instagram & Co. Insta Story gesehen, ein swipe und 2 Klicks weiter und schon ist bestellt. Ich liebe Instagram und will nach wie vor meine Stories sehen, aber ich möchte deutlich bewusster überlegen, ob ich etwas wirklich brauche oder nicht. Dafür habe ich nun in meiner Notiz-App eine Liste angelegt, auf die ich all meine „Wünsche“ notiere, sobald sie aufkommen. Nach einigen Wochen schaue ich die Liste durch und es ist schockierend wie viele vermeintliche Wünsche gar nicht mehr so dringend sind.

#5 Ausrede: die Kinder brauchen es

Wenn schon nicht für mich, dann wenigstens für die Kinder. Die Kinder sind für mich oft Shopping-Grund, denn irgendwie brauchen die Kleinen ja immer was. Das manches aber eher mein Herz, als das des Nachwuchses höher schlagen lässt übersehe ich schnell. Ich habe mir in den letzten Wochen einen Überblick über die Kleiderschränke verschafft und werde künftig versuchen vor dem Kauf zu überlegen, was wirklich nötig ist.

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