Wiedereinstieg nach der 2. Elternzeit – das ist anders, als nach der 1. Elternzeit

Meist ist es doch so, man hat DEN Partner gefunden, wünscht sich ein Kind. Irgendwann macht es sich auf den Weg, man geht in den Mutterschutz und schließt eine gewisse Zeit Elternzeit an, ich würde behaupten am meisten verbreitet ist inzwischen 1 Jahr, da anschließend kein Elterngeld mehr gezahlt wird. Man kehrt zurück in seinen Job. Das ist aufregend und nicht immer ganz so einfach, wie gehofft, aber nach einem Jahr fasst man einigermaßen schnell wieder Fuß, schließlich kennt man meist Kollegen, die Arbeit, die Vorgesetzten (es sei denn man hat den Jb gewechselt).

Man arbeitet Zeitraum X, Kind 1 wird älter, alles wird einfacher und bei vielen kommt nun langsam das Gefühl auf, dass ein 2. Kind schon schön wäre. Noch einmal diese besondere Zeit erleben, noch einmal ein Neugeborenes im Arm halten, die Familie komplett machen (oder annähernd komplett je nach Kinderwunsch ;-)). Also kommt Kind 2, man geht erneut in Elternzeit. Diese geht bei Kind 2 viel schneller rum, als bei Kind 1, denn die Tage sind vollgepackt mit Dingen, die erledigt werden wollen oder eben ZWEI Kindern. Nun naht die Rückkehr in den Job. Ganz oft ist der Wiedereinstieg mit einem mulmigen Gefühl begleitet, wie das wohl alles werden wird, mit 2 Kindern und Arbeit und so, denn 2 Kindern, sind eben immer noch doppelt so viele wie eines 😉

Was ist anders beim Wiedereinstieg in den Beruf nach der 2. Elternzeit? 

#1 Man kommt nicht wieder so schnell rein, wie nach der ersten Elternzeit

Egal wie lang die 2. Elternzeit war, aber die Rückkehr, sich wieder einfinden in die Arbeit fällt oft schwerer, als nach der 1. Elternzeit. Meist sind einige Jahre ins Land gegangen, seit man Vollzeit gearbeitet hat und auch wenn man zwischen den Geburten der Kinder gearbeitet hat, so ist eine 2. Arbeitspause innerhalb einiger Jahre doch ein Thema.

#2 Kollegen, Vorgesetzte, Arbeitsweisen können sich geändert haben 

Das kann natürlich auch schon (je nach Länge) nach der ersten Elternzeit so gewesen sein, meist empfindet man es nach einer 2. Elternzeit aber deutlicher. Das vertraute Umfeld kann sich verändert haben, neue Programme oder Arbeitsabläufe wurden definiert, manchmal gibt es sogar neue Vorgesetzte, die Dinge ganz anders handhaben. Da ist die Rückkehr nicht einfach nur eine Rückkehr, sondern auch ein Neuanfang, bei dem es gilt seine Rolle innerhalb des Teams wieder neu zu finden.

#3 Andere Kolleginnen sind in Elternzeit gegangen

Die Kollegin vom Platz gegenüber hat ebenfalls Nachwuchs bekommen und ist in Elternzeit, die Kollegin, mit der man immer am liebsten gearbeitet hat hat ihre Arbeitszeit inzwischen reduziert und arbeitet zu ganz anderen Zeiten als man selbst. Ganz normale Entwicklungen, die aber auch dafür sorgen, dass man sich nach der Rückkehr nicht so vertraut im Kollegenumfeld fühlt, wie vor der Elternzeit.

#4 Der morgendliche Aufwand 2 Kinder fertig zu machen und in Krippe und Kita abzugeben ist viel höher

Morgens ist nun nicht mehr „nur“ 1 Kind, sondern zwei Kindern anzuziehen, Zähne putzen, Rucksäcke packen… Allein bis man mit zwei Kindern aus dem Haus ist kann 2 Stunden dauern. Da sind zwei kleine Menschen, die ihren eigenen Willen haben und keine Rücksicht auf Mamas Arbeitszeiten nehmen, das kann manchmal sehr viel anstrengender sein, als mit nur einem Kind.

#5 Es ist nicht mehr nur ein Kind, dass krank werden kann, sondern 2 Kinder

Ebenso sieht es leider mit dem krank werden aus. War es nach der ersten Elternzeit ein Kind, dass man irgendwie durch den Krankheits-beladenen Winter bringen musste, so sind es nun zwei Kinder, die sich im schlimmsten Fall auch noch gegenseitig anstecken. Die 10 Kind-krank Tage im Jahr wird man beim Wiedereinstieg nach Kind Nummer 2 also ebenso brauchen, wie einen Plan B, wenn diese Tage plötzlich schon im März aufgebraucht sind.

#6 Nach der Arbeit wollen zwei Kinder Freunde treffen, Hobbys nachgehen etc.

Feierabend! Nun heisst es zwei Kinder abzuholen, zu Play Dates zu fahren, zum Sport zu bringen oder sie zu beschäftigen. Kinder unterschiedlichen Alters, mit ganz anderen Bedürfnissen und Interessen wollen ihren Hobbys nachgehen und etwas erleben. Hier muss man sich tatsächlich auch neu organisieren, um die Bedürfnisse beider Kinder unter einen Hut zu bekommen.

 

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