Mama soll Karriere machen?!

Gerade las ich das Buch „Mama muss die Welt retten“ von Caroline Rosales und Isa Grütering. Ein gutes Buch, dass mich motiviert und inspiriert zurückgelassen hat. 

Die Elternzeit ist eine Zeit, in der Frau sich tatsächlich neu erfinden kann. Wir können unsere berufliche Uhr noch einmal auf null stellen, ein Studium beginnen, uns selbständig machen, uns umorientieren. Die Welt steht uns plötzlich wieder offen und das ist wunderbar, wenn man Lust auf Veränderung hat.

Gefühlt lese ich momentan überall über spezielle Jobbörsen für Mütter, erfolgreiche Mütter, die bei Dawanda ihre selbstgenähten Mutterpasshüllen verkaufen und sehe Fernsehberichte über Mütter, die trotz drei Kindern Karriere machen. Natürlich ist es heutzutage wichtiger denn je, dass eine Frau arbeiten geht, um beispielsweise eigene Rentenansprüche zu erwerben und (auch wenn davon keiner ausgehen mag) im Falle einer Trennung finanziell unabhängig zu sein, aber ich frage mich, ob dieser „Druck“ von aussen, der laufend suggeriert „eine gute Mutter macht auch Karriere“ sinnvoll ist. 

Es gibt so wahnsinnig viele Mütter, die ihren Teilzeitjob schlichtweg machen, um etwas Geld nach Hause zu bringen. Das hat nichts mit Leidenschaft oder Karriere zu tun, denn mit einer Teilzeitstelle wird man sicherlich nie zum „head of international communications“. Aber ist das so verwerflich? Für die meisten Frauen ist es eine bewusste Entscheidung, eine Entscheidung gegen Selbstverwirklichung und große Karriere und für Familie und gemeinsame Zeit oder einfach eine Entscheidung für etwas mehr Geld in der Familienkasse (oder eben auch notwendiges Geld). Der Job dient einfach dem Zweck. Das Wichtige sind die Kinder, die gemeinsam verbrachte Zeit und die Familie. Wird diesen Müttern durch all das „Karriere-Mom“-Gerede nicht ein unnötig schlechtes Gewissen gemacht? Ist es nicht etwas wunderbares Prioritäten in seinem Leben zu setzen? Manche setzen diese Priorität auf die Karriere und beginnen nach 8 Wochen Mutterschutz wieder Vollzeit zu arbeiten, andere bleiben drei Jahre zu Hause, um dann in Teilzeit wieder einzusteigen. Aber sind nicht beide Modelle vollkommen legitim? Ja, sie sind es.

Jede Frau sollte das tun, womit sie sich persönlich und ihre Familie sich gut fühlt und wahrscheinlich sollten wir einfach darüber stehen und unseren ganz individuellen Weg gehen. Manche Frauen entdecken ihre Träume während der Elternzeit neu und spüren plötzlich die Energie sie zu realisieren, andere genießen einfach die exklusive Zeit mit ihrem Baby und kehren dann zurück an einen altbekannten Arbeitsplatz ohne neue Ambitionen oder hoch gesteckte Karriereziele und beides sind Mütter, die unseren Respekt verdienen, denn Prioritäten zu setzen und damit gleichzeitig auf etwas zu verzichten erfordert heutzutage durchaus Courage.

P.S.: Meine Mutter fragte mich neulich am Telefon übrigens wie es denn bei mir Jobtechnisch nach der Elternzeit weitergehen soll und fragte hoffnungsvoll, dass es mir doch schon noch wichtig sei karrieremäßig voranzukommen?! Ehrlich gesagt musste ich kurz schlucken und gebe zu, ich denke gerade darüber nach, denn das Muttersein gefällt mir schon ziemlich gut…

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